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Die "Harmonie" baut um

Die "Harmonie" baut um

Kinobetreiber Christopher Bausch setzt auf das neue Kinoförderprogramm des Landes

Von Daniel Güthert

Die Harmonie, das traditionsreiche Arthouse-Juwel in Sachsenhausen, soll demnächst einem gründlichen Facelifting unterzogen werden. Das Foyer ebenso wie der kleine Studiosall sollen in neuem Gewand erstrahlen. Geplant sind Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die sich auf eine mittlere sechsstellige Investitionssumme addieren werden, schätzt Christopher Bausch, der Betreiber die Spielstätte, die er 2016 zusammen mit dem Cinema am Roßmarkt von Harald Vogel übernommen hat. Dem letzten Stand zufolge ist der Baubeginn für Mitte Mai angekündigt. Insgesamt sind für die Arbeiten sechs Wochen veranschlagt, währenddessen aber der Spielbetrieb in dem anderen, dem großen Kinosaal regulär weitergehen soll.

Gerade 25 Jahre war Bausch, als er sich 2004 wahrhaft tollkühn in das Abenteuer stürzte, in seiner Heimatstadt Aschaffenburg ein Cineastenkino aus dem Boden zu stampfen. Eine schmucklose, triste Spielhalle und ehemaliges Kino im Zentrum der Stadt hat er zu einer feinen Arthouse-Adresse gemacht, dem Casino, das seither noch jedes Jahr den Bayerischen Kinoprogrammpreis errungen hat, zweimal sogar den Hauptpreis. Dabei verfährt Bausch getreu dem Motto: "Kino ist mehr als nur der Film." Gepflegte Filmkunst bedarf auch eines gepflegten, eines ansprechenden Interieurs. Daran hat er sich gehalten.

Auch Jahre später in Frankfurt. Kaum hatte er im Januar 2016 die Leitung der beiden Arthouse-Kinos Cinema und Harmonie angetreten, verhalf er dem Filmtheater am Roßmarkt zu neuem Glanz. Den einst verwinkelten, engen Eingangsbereich erweiterte er zu einem schmucken Foyer - eingerichtet im Stil eines französischen Bistros. Und der Erfolg sollte dem Kinochef recht geben. Hier wie dort. Auch in Frankfurt sind die Zuschauerzahlen spürbar angestiegen (fast 20 Prozent).

In einem weiteren Schritt steht nun die Verjüngungskur der Harmonie an. Zunächst soll der kleinere der beiden Säle in Angriff genommen; von Grund auf. Innenausstattung, Böden, Bestuhlung, Leinwand und die Dolby 7.1 Tonanlage – alles soll erneuert werden. Doch der eigentliche Kraftakt wird die Restaurierung des schmalen Kassenfoyers zur Straße sein. Der Coup dabei: Bausch hat hintere Räumlichkeiten hinzugenommen, die mittels eines Wanddurchbruchs erschlossen werden sollen: ein tageslichtdurchfluteter Trakt mit wunderbaren Rundbögen und Säulen. Wie geschaffen für ein gemütliches Cineasten-Café, schwärmt Bausch. Und mit Platz genug auch für ein großzügiges Entree mit ausladender Theke, offenem Concession-Verkauf und kleiner Bar.

"Ich wollte einfach nicht mehr, daß unsere Kinogäste draußen im Regen stehen müssen, weil der Kassenraum so knapp bemessen ist." Bausch will allerdings behutsam modernisieren. Die Tradition des Hauses, 1920 eröffnet, möchte er bewahren. Von diesem Erbe soll die Harmonie auch künftig noch etwas atmen, wie er sagt. Und er hofft auch, mit dem neugestalteten Haus für frischen Wind im kulturellen Leben der Stadt südlich des Mains sorgen zu können.

Angesichts des stattlichen Kostenvolumens, das in dem Bauvorhaben steckt, kommt dem Aschaffenburger Filmenthusiasten das jüngst verabschiedete Kino-Investitionsprogramm der Wiesbadener Regierung mehr als gelegen. 500.000 Euro hat das Land jährlich zugesagt, um unabhängigen Kinobetrieben die Umrüstung und Modernisierung ihrer Häuser zu erleichtern. So setzt Bausch darauf, daß er neben der Finanzierungshilfe der Filmförderungsanstalt (FFA) auch aus diesem Topf der Hessischen Filmförderung Unterstützung bekommt. Derzeit basteln die Verantwortlichen noch an den Förderkriterien. Bis zum Frühsommer aber sollen die Richlinien stehen und erste Bewilligungen auch erteilt sein.

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