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Die Skyline Frankfurt als Kulisse

Die Skyline Frankfurt als Kulisse

In Frankfurt und Hessen werden Kinder- und Jugendspielfilme fürs Fernsehen produziert

Von Birgit Schweitzer

Die attraktivste Einnahmequelle für Filmemacher ist immer noch das Fernsehen. Das gilt umso mehr für den Kinder- und Jugendfilm. Im Auftrag des Senders Kika hat die Frankfurter U5 Filmproduktion einige Folgen der Reihe krimi.de gedreht, die in Zusammenarbeit mit der ARD-Reihe Tatort entwickelt wurde. Dabei werden Kriminalfälle in verschiedenen Städten dargestellt, die von Kindern und der Polizei aufgeklärt werden. Zuletzt produzierte die U5 in Frankfurt die Folge „Ehrensache“. Das Frankfurter Kinder-Ermittlerteam klärt das Verschwinden eines türkischen Mädchens auf, das von ihrem Bruder wegen ihrer heimlichen Treffen mit einem Jungen eingesperrt wurde.

Seit 2008 verfilmt die ARD außerdem Märchenklassiker neu. So entstanden - mitproduziert vom Hessischen Rundfunk (hr) - jüngst „Das Märchen vom Schlaraffenland“ (2018), „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ (2013) oder Rotkäppchen (2012) neben anderen bekannten Vorlagen. Als Drehorte für die Märchenwelt dienen die pittoresken Schlösser und Burgen, die Hessen zu bieten hat, wie die Ronneburg, Burg Kronberg, Schloss Braunfels oder auch die historische Kulisse des Hessenparks sowie idyllische Landstriche im Taunus oder Reinhardswald.

Die Finanzmetropole fungiert in diesen Beispielen nur als Drehort im Studio des Hesssichen Rundfunks. Für eine TV-Verfilmung des vielgelesenen Kinderbuchs „Die schwarzen Brüder“ (2013, Regie: Xavier Koller) mit einem Budget im hohen einstelligen Millionenbereich wurde in Frankfurt immerhin die Postproduktion bei Pixomondo realisiert.

Den Preis für das beste Drehbuch beim Hessischen Filmpreis 2013 gewann der Coming of Age Film „Jonathan“ (2016) des Frankfurter Regienachwuchses Piotr J. Lewandowski, der die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der seinen Vater pflegt, den Familienbauernhof führt und langsam einem Familiengeheimnis auf die Spur kommt. Der hessengeförderte und vom hr mitproduzierte Film mit Jannis Niewöhner in der Hauptrolle hatte 28 Drehtage in Hessen, vor allem an der Bergstraße.

Wenn in Hessen Kinderfilme realisierte werden, dann sind es meist auswertige Produktionsfirmen, die hier Station machen. Dann dienen gern die Hochhäuser der Frankfurter Skyline als Szenerie, wie etwa für die Romanverfilmung „Jugend ohne Gott“ (2017, Regie: Alain Gsponer) oder für Szenen in Til Schweigers Conny und Co. 2. Im Herbst wird Frankfurt die Kulisse für den Coming of Age Film „Jean & Jeanne. Und Otto“ von Christopher Roth abgeben, einer Produktion der Berliner Arden Film. Ein 15-jähriges Mädchen, das in einer Kommune aufwächst, erlebt die erste große Liebe.

Frankfurt ist zwar Veranstaltungsort für das internationale Kinderfilmfestival LUCAS, das jährlich im Herbst herausragende Kinder- und Jugendfilme zeigt. Die Mainmetropole selbst ist hingegen kaum Hotspot für Filmproduktionsfirmen, die Kinder- und Jugendspielfilme realisieren, eher noch im Bereich Animationsfilm.

So gesehen steht die Kinoproduktion „Kopfüber“ von Bernd Sahling (2013, Deutscher Filmpreis für „Blindgänger“) allein auf weiter Flur, hersgestellt von der Neuen Mediopolis Filmproduktion in Zusammenarbeit mit ARRI und der Offenbacher Firma Steelecht, die sich inzwischen auf Marketing und Industrie- und Kulturfilme spezialisiert hat.

Der Film wurde auf vielen Festivals gezeigt, auch bei den Schulkinowochen, und ist beim Bundesverband Jugend und Film (BJF) im nichtkommerziellen Verleih erhältlich. „Den Erfolg eines solchen Films messe ich nicht nur an Zahlen, sondern auch an der Wirkung, die er bei den Kindern und Jugendlichen erzielt“, meint BJF-Geschäftsführer Reinhold T. Schöffel. Und Wirkung hat das Drama um einen zehnjährigen Jungen (Marcel Hoffmann), der an ADHS leidet, sicher gehabt. Der Film stellt den Konflikt, in dem Betroffene und Angehörige stehen, eindringlich dar. Mit Medikamenten wird der Junge ruhiggestellt, aber die Psychopharmaka haben sein Wesen verändert – er hat sein Lachen verloren.

Wie es generell um die Zukunft des Genres bestellt ist, soll eine Tagung des Kuratoriums junger deutscher Film im September ausloten. Das Kuratorium hat sich neben der Nachwuchsförderung vor allem die Unterstützung des Kinder- und Jugendfilms auf die Fahnen geschrieben.

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