Wir helfen Ihnen Ihre Visionen zu verwirklichen!

Ein einzigartiger Hochschulverbund

Ein einzigartiger Hochschulverbund

Die hessische Film- und Medienakademie feiert ihr 10järiges Bestehen

Von Daniel Güthert

Wenn sich die Filmwelt bei der Berlinale trifft, ist auch Hessens Nachwuchs mit von der Partie. Im European Film Market (EFM), einem der bedeutendsten Filmmärkte weltweit überhaupt, zeigen junge Filmemacher unter dem Label "Hessen-Talents", was sie können. Auch auf der Berlinale 2018 glänzten sie mit Ihren Produktionen: 10 Kurzfilme liefen im diesjährigen EFM-Programm. Und dass dies seit mittlerweile zehn Jahren möglich ist, dafür steht ein Name: die hessische Film- und Medienakademie (hFMA), die die Reihe "Hessen Talents" aufgebaut hat und die heuer Jubiläum feiert.

Angeregt und gegründet wurde die hFMA unter Federführung des damaligen hessischen Kulturministers Udo Corts (CDU) in einer Phase, in der die Filmförderung insgesamt spürbar neue Impulse durch die Politik erfuhr. Erstmals war 2002 eine wirtschaftliche Filmförderung (Hessen Invest Film) aufgelegt worden. Der Hessische Filmpreis entwickelte sich zusehends zu einem nationalen Medienereignis, die Filmcommission nahm 2001 ihre Arbeit auf, und vieles mehr.

Dazu kam schließlich 2008 der institutionelle Startschuß der hFMA, deren Aufgabe es sein sollte, die hessischen Hochschulen mit ihren medienspezifischen Studiengängen zu einem Lehr-, Forschungs und Produktionsverbund zusammenzuführen. Die Absicht war, die vorhandenen Synergiepotentiale der verschiedenen Fachrichtungen zu bündeln und das Angebot qualitativer Studieninhalte interdisziplinär auszubauen, auch unter Umständen mit externen Trägern wie dem hr, dem Lichter Filmfest oder dem Filmhaus Frankfurt. So schicken sich beispielsweise Filmstudenten der HFG Offenbach an, mit Schauspielschülern oder mit Teilnehmern der Kompositionsklasse an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) in gemeinsamen Projekten zu kooperieren.

Daneben sollte das zweite vorherrschende Ziel die Sichtbarmachung der Kreativleistungen hiesiger Hochschulabsolventen sein. Die Gründung der hFMA sei ein immens wichtiges Signal gewesen, den Medienstandort Hessen weiter zu profilieren, so HfG-Präsident Bernd Kracke in seiner Eigenschaft als Präsidiumssprecher der Akademie. Und zu deren Gesicht sollte innerhalb kürzester Zeit die Geschäftsführerin Anja Henningsmeyer werden. 2008 aus Hamburg vom dortigen Filmfest abgeworben, hat die studierte Kunstpädagogin seither maßgeblich den Aufbau und das erfolgreiche Wirken der Einrichtung verantwortet.

334 Projekte hat die hFMA bislang verwirklicht - viele davon in Kooperation mit Branchen-Partnern, wie Henningsmeyer sagt. Im Vordergrund dabei die jährlich wiederkehrenden "Leuchtturmprojekte" wie das Programm "Hessen Talents" oder die Präsentation auf dem Berlinale-Empfang der bundesdeutschen Filmhochschulen. Bald 300 Studierende wurden seit 2009 in Pitch-Workshops und individuellen Coachings beraten. Und mit dem eintägigen Educational-Panel auf der "Seriale" in Gießen unterstützt die hFMA das noch recht neue Thema Webserien.

Beim "Lichter Filmfest" ging in diesem Jahr der Workshop Filmkritik in die fünfte Runde; am Kasseler Dokfest angebunden ist der Hessische Hochschulfilmtag, der sich in nur acht Jahren aus einer Idee einiger Studierender zu einem großen Branchenevent entwickelt hat. Auch die "Profis Plaudern Praxis"-Talks sind in Kassel zu Gast.

Der Schwerpunkt der von der hFMA geförderten Projekte liegt mit 171 Maßnahmen bisher deutlich im Bereich Film und Video. Doch auch Dauerbrenner aus Games und Musik gehören dazu, wie dem "Global Game Jam" oder dem jährlichen Live-Konzert der Reihe "Musik für Stummfilme".

Für die hFMA-Leiterin ist die bisherige Bilanz insoweit äußerst erfreulich. "Die Akademie erbringt einen greifbaren Mehrwert allein schon dadurch, dass sie die Ressourcen von 13 Studienstandorten bündelt und als Folge von Kooperationsprojekten, Elemente in die jeweiligen Studiengänge einbringt, die ansonsten an den einzelnen Standorten allein nicht geleistet werden könnten." Ganz abgesehen davon, dass viele dieser Projekte öffentliche Veranstaltungen sind und dadurch Inhalte von Lehre und Forschung in die Öffentlichkeit getragen werden.

Doch ungeachtet aller Erfolge sieht die hFMA-Chefin in mancherlei Hinsicht noch Handlungsbedarf. Manch ein Vorhaben konnte noch nicht angepackt werden. Nicht zuletzt weil mit einem Gesamtetat von 250.000 Euro enge Grenzen gesetzt sind. Wünschen würde sie sich unter anderem ein zweijähriges Strukturförderprogramm zur Existenzgründung mit gezielten Professionalisierungs-Workshops und internationaler Vernetzung. Eine andere Idee, die sie seit Jahren vertritt und die bisher noch immer am Geld gescheitert ist, ist die Einrichtung eines "Produktionsbüros". Das Potential des Netzwerkverbundes sei längst nicht ausgeschöpft, so Henningsmeyer. So bleibt das hFMA-Motto bis zuletzt wahr: "Besser hört nie auf".

Kein Cover vorhanden