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Ein sperriges Thema

Ein sperriges Thema

Mit "Schneegestöber" gewinnt David Ungureit den Hessischen Drehbuchpreis

Von Daniel Güthert

Mit TV-Movies und Kinofilmen wie "Ein Reihenhaus steht selten allein" (2013) oder "Männerhort" (2014) hat sich David Ungureit als Drehbuchaur einen Namen gemacht. Vor allem als Serienschreiber ist er gefragt. Dutzende von Episoden wie etwa zu der Kölner Staffel "Die Anrheiner" (ab 1998), "Mein Chef und ich" (2004) oder "Das Pubertier" (2017) stammen aus seiner Feder. Und seine Geschichten sind vielfach prämiert, wie etwa mit dem Deutschen Fernsehpreis 2014 für die Sat1-Reihe "Danni Lewinski" oder mit dem Kinderfilmpreis Emil 2008 für "Rennschwein Rudi Rüssel"

Doch nicht jede Idee wird dem Frankfurter Autor aus der Hand gerissen. Um die nicht so ganz einfache Thematik von "Schneegestöber" haben bislang Produzenten wie Redaktionen einen Bogen gemacht. Zu düster, zu verstörend sei das Umfeld, in dem diese Geschichte spielt. Die Geschichte eines schwerkranken Mannes, der seinen letzten Lebenstagen in einem Hospiz entgegensieht.

Eine endlose Odyssee ereilte das Buch seither. Dabei sei die Handlung längst nicht so dunkel, wie man vermutet. Als er vor gut 15 Jahren auf das Thema stieß, besuchte Ungureit viele Male ein Hospiz. Er wollte Wahrheit. Suchte den unverfälschten Blick. Und war erstaunt, wieviel Helligkeit, selbst Lustigkeit die Patienten ausströmten. Vielleicht, sagt Ungureit, "weil im Prinzip ja für diese Menschen keine Regeln mehr gelten. Was soll das Leben ihnen denn jetzt noch anhaben?"

Ein sperriges Sujet - ja, aber mit einer überraschenden Leichtigkeit im Tonfall. Dennoch ist das Buch jahrelang liegengeblieben. Zuletzt bei der Relevant-Film in Hamburg. Nun hat sich allerdings die Frankurter Filmproduktion U5 der Sache angenommen. Eher beiläufig, als Beispiel einer ungewöhnlichen, etwas schrilleren Humorfarbe für eine neue Serie hatte Ungureit dem Produzenten Nobert Walter das Buch zugesandt, als Walter dermaßen begeistert war, daß er sich im Handumdrehen die Rechte an dem Stoff sicherte.

Nun soll "Schneegestöber" nicht mehr als klassisches Fernsehspiel promotet werden, sondern als Kinofilm für die große Leinwand (Regie Rolf Silber). Und einen ersten handfesten Erfolg auf dem Weg konnte das Projekt schon verbuchen: Beim Hessischen Film- und Kinopreis 2017 wurde "Schneegestöber" als Bestes Drehbuch geehrt. Ein Skript, wie die Jury befand, das mit einem gelungenen Spannungsbogen, mit großer Emotionaität und großartigen Figuren aufzuwarten versteht. Ungureit sei es geglückt, "ein eigentlich trauriges Thema humorvoll und stark zu erzählen".

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