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Vielfalt für die kleinsten Kinogäste

Vielfalt für die kleinsten Kinogäste

Der Kinderkinoabspielring des Film- und Kinobüros Hessen

Von Daniela Fend*

Filme für Kinder sind heute ein lukratives Geschäft. Dabei geht es um mehr, als nur Kindern das Kino näher zu bringen. Die ganze Familie wird mit Filmen und reichlich Merchandising drum herum gelockt. Die Förderungen von Kinderfilmproduktionen nehmen stetig zu. Die Stoffe werden gerne in erfolgreichen Kinderbuchvorlagen gefunden.

Doch wie sieht die Auswertung in den Kinos aus? Produktion und vor allem Verleiher wollen ihren Film in den ersten Wochen nach Start möglichst häufig aufgeführt sehen, eine Forderung, der Großkinos problemlos gewachsen sind. Doch wie stellen kleine Kinos auf dem Land und in den Städten ihr Kinderfilmprogramm zusammen? Schwierig, wenn man bedenkt, dass Filmverleiher neben prozentualen Einnahmen auch noch eine Mindestgarantie verlangen. Wie soll man bei Eintrittspreisen von drei bis fünf Euro an ein bis drei Spieltagen eine Garantiesumme von 150 Euro erwirtschaften?

Ein landesweit agierendes Konzept bietet die Hessische Initiative Kinderfilm im Kino mit „FilmHits für KinoKids“, die in Zusammenschluss mit dem Film- und Kinobüro Hessen e.V. und derzeit acht hessischen Filmtheatern kooperiert. Das sind in Frankfurt das Mal Seh'n, Orfeo's Erben und das Filmforum Höchst, in Groß-Gerau die Cinebar, in Biblis die Filminsel, im weiteren die Palette Marburg, das Capitol Kino Witzenhausen und das Kreml-Kulturhaus in Hahnstätten/Zollhaus. Im nächsten Jahr kann das Gemeinschaftsprojekt dann sein 30jähriges Bestehen feiern. Seit 2017 werden die mehrmals im Jahr stattfindenden Kinderfilm-Abspielringe von der HessenFilm und Medien GmbH gefördert.

Das Ziel der Initiative ist die Zusammenstellung eines ausgewogenen und vielfältigen Programms aus Repertoire und neuen Filmproduktionen, um ein möglichst breit gefächertes und hochwertiges Angebot an Kinderfilmen bereit zu halten. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den deutschen wie europäischen und - im speziellen – auf den hessischen Produktionen sowie auf den ausgezeichneten Filmen der Filmbewertungsstelle oder der Jugend Film Jury. So wird im zweimonatigen Rhythmus eine Vorschlagsliste seitens des Film- und Kinobüro erarbeitet und in Abstimmung mit den Kinos finalisiert.

Da die Kinderfilme von den Verleihern erst ab der sechsten Woche nach Starttermin für Abspielringe und somit Einzeltermine geöffnet werden, ist das Interesse seitens der Kinos unterschiedlich gepolt. Die Frankfurter Kinos bevorzugen Repertoire oder den besonderen Kinderfilm fern von Disney, der von den Multiplexen vor Ort noch nicht ausgespielt wurde. Die Kinos im ländlichen Raum freuen sich dagegen über die neusten Produktionen.

Klassiker werden mitunter schwerer vom jungen Publikum angenommen, wobei sich auch hier zeigt, dass es auf den Film ankommt. "Der kleine Maulwurf" oder "Ronja Räubertochter" haben es leichter, denn meist sind die Eltern mit den Geschichten noch aus ihren Kindertagen vertraut und wollen mit den eigenen Kindern den Film nun im Kino wiedererleben.

Der große Vorteil für die am Abspielring beteiligten Filmtheater ist, daß die Verhandlungen mit den Verleihern und die Bestellung der Filme zentral über das Film- und Kinobüro laufen und über das Büro auch der zentrale Werbemittelversand und die Produktion eines Programmwerbeflyers erfolgen. Und nicht zuletzt profitieren die Kinos davon, daß sich im Pool die Mindestleihmiete auf die beteiligten Häuser verteilt.

Die Kinos treten darüber hinaus direkt mit Kindertagesstätten, Horten, Jugendzentren und natürlich Schulen in Kontakt und bieten zusätzliche Veranstaltungen an, um auf diese Weise möglichst gezielt das Programm dem jungen und jüngsten Publikum mit pädagogischer Unterstützung nahe zu bringen. So bieten Programm- und Landkinos auch für ihre kleinsten Gäste ein vielfältiges Programm.

* Die Autorin ist Mitarbeiterin im Film- und Kinobüro Hesse

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